Auch wenn ein Dalmatinerwelpe nach den Vorschriften des Vereins und des Verbands gezüchtet wurde, heißt das jedoch nicht, dass er zur Zucht verwendet werden kann.

Er muss erst einige Hürden überwinden, um dieses Ziel zu erreichen:

 

Erste Voraussetzung: beide Elterntiere haben vom VDH/FCI anerkannte Ahnentafeln und haben die geforderte Zuchtzulassungsprüfung bestanden.

 

1. Hürde Die Geburt

Wenn die Welpen ohne körperliche Gebrechen wie Wolfsrachen, Knickrute etc. geboren wurden haben sie schon fast die erste Stufe geschafft. Sie müssen nun nur noch weiss geboren worden sein.
Vorhandene Tupfen bedeuten Platten und bedeuten: ZUCHTVERBOT!
Bereits erkennbare Pigmentabweichungen wie lemon oder orange: ZUCHTVERBOT!

 

2. Hürde Augen

Mit ca. 2 Wochen öffnen die Welpen ihre Augen. Mit ca. 4 bis 6 Wochen kann man sicher erkennen, ob die Augenfarbe tatsächlich, wie gefordert braun ist oder etwa blau. Wenn blaue Augen auch beim Husky gern gesehen sind , beim Dalmatiner bedeuten blaue Augen, man ahnt es schon, ZUCHTVERBOT!

 

3. Hürde Ohren

Immer häufiger werden um die Wurfabnahme mit ca. 8 Wochen herum die Würfe komplett audiometrisch untersucht. Dabei wird untersucht, ob die Welpen ,kurz dargestellt, mit beiden Ohren auf Schallwellen reagieren. Tun sie dies nur mit einem Ohr: ZUCHTVERBOT!


Hierbei ist anzumerken, dass Hunde mit diesem Problem nicht darunter leiden und genau so leben, wie Hunde mit beidseitiger Ableitung. Da der Dalmatiner jedoch dazu neigt, in seltenen Fällen taube Welpen zu bringen, dürfen zur Zucht nur Hunde verwendet werden, die beidseitig hörend gelten.

 

4. Hürde Wurfabnahme

Zur Wurfabnahme werden die Welpen vom Landesgruppenzuchtwart genauestens begutachtet und anschließend unverwechselbar tätowiert. Hierbei kann (zum Glück äußerst selten) Dreifarbigkeit festgestellt werden. Das heißt, dass ein an sich schwarz getupfter Hund braune Flecken, hauptsächlich an den Beinen , aufweist.
Tricolor bedeutet: ZUCHTVERBOT!

 

5. Hürde Zähne

Im Alter von ca. 6 Monaten wechseln die jungen Hunde vom Milchgebiss zum bleibenden Gebiss. Um später einmal ein Zuchthund werden zu können, müssen so ziemlich alle Zähne ausgebildet sein. Lediglich 1 P1 (kleiner spitzer Zahn nach dem großen Reißzahn) oder 1 P2 (Zahn nach dem kleinen spitzen Zahn) darf fehlen.

Daraus ist zu folgern: fehlen mehr als ein P1 oder P2 oder sogar ein P3 oder P4 (große Backenzähne), bedeutet dies: ZUCHTVERBOT!

 

6 . Hürde Hüftgelenksdysplasie (HD)

Ist der Hund dann ungefähr ein Jahr alt, wäre die Hüfte zu röntgen. Hierbei wird untersucht, ob Abweichungen in der Einbettung der Hüftgelenke im Becken auftreten. Diese Abweichungen können bei einem entsprechenden Grad sehr schmerzhaft für den Hund sein und ihn auch in seiner Bewegung beeinträchtigen. Diese Röntgenbilder werden von einer zentralen Stelle begutachtet und in Grade eingeteilt:
HD- 0 - keine Hüftgelenksdysplasie
HD - V- minimale, unbedenkliche Abweichungen, Verdacht auf HD,
HD - L - leichte Abweichungen, leichte HD
HD - M - mittlere HD
HD - S - schwere HD
Mittlere und schwere HD bedeutet: ZUCHTVERBOT!

 

7. Hürde Zuchtzulassungsprüfung

Ab einem Alter von 9 Monaten kann der Dalmatiner in der Jugendklasse ausgestellt werden.
2 Ausstellungen müssen nachgewiesen werden, wovon eine in der Jugendklasse (9 bis 18 Monate) sein kann. Eine muss jedoch mindestens in der offenen Klasse (ab 15 Monate) nachgewiesen werden.
Wenn nun alle vorhergehenden Forderungen und Anforderungen erfüllt wurden bzw. erfolgreich bestanden wurden, kann nun der Dalmatiner an einer Zuchtzulassungsprüfung (ZZP) teilnehmen. Hierbei wird überprüft, ob der Dalmatiner dem Standard entspricht; er wird genau von einer Körkommission begutachtet, überprüft und vermessen. Auch wird sein Wesen anhand von einigen Tests überprüft und bewertet.
Entspricht der Hund hierbei allen Anforderungen, dann ist die ZZP bestanden.
Ist der Hund jedoch zu groß: ZUCHTVERBOT, ist er überängstlich oder gar aggressiv , man weiss schon , was nun kommt, ZUCHTVERBOT.
Sind jedoch nur geringfügige Abweichungen vom Idealfall zu verzeichnen, wird der Dalmatiner bedingt zuchttauglich eingestuft.


Nach Überwindung dieser Hürden, herzlichen Glückwunsch ,ist der Dalmatiner ein im DDC und VDH anerkannter Zuchthund.
Jetzt könnte der Anschein erweckt worden sein, dass kaum ein Hund bis zur ZZP vorankommt- dem ist aber nicht so! Die überwiegende Mehrzahl der im DDC eingetragenen Welpen erfüllt die gestellten Anforderungen. Es wird jedoch nur ein geringer Anteil davon bis zu einer ZZP gebracht.

 

Und- es ist dabei kein Geheimnis - die meisten Deckrüden werden nicht eingesetzt und auch viele Zuchthündinnen werden nicht belegt.
Diese Hunde sind und bleiben liebenswerte Familienhunde , was den Hauptsinn aller von uns gezüchteter Dalmatiner ausmachen sollte.
Viele Dalmatiner, ob nun zuchttauglich oder nicht, bereiten ihren Menschen viel Freude - ein ganzes Hundeleben lang- als Freizeit- und Sportkumpel auf vielfältige Weise- eben als echtes Familienmitglied.

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